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22. Juli 2015

Ramblerrosen: Kletterkünstler für jede Gartensituation

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In England zählen Ramblerrosen (von engl. „ramble“ – ‚schweifen, umherwandern‘) längst zum festen Inventar von Cottage-Gärten, in Deutschland wächst ihre Fangemeinde seit einigen Jahren stetig. Durch ihre langen und biegsamen Triebe ranken sie auch ohne spezielles Klettergerüst an Bäumen und Rankgerüsten bis zu einer Höhe von 10 Metern empor, ihre kleinen Blütenbüschel erinnern an Wildrosen. Damit eignen sie sich ideal für einen Naturgarten, denn Ramblerrosen gedeihen auch ohne aufwändige Pflege– und Rückschnittmaßnahmen.

Herkunft und Sorten von Ramblerrosen

Die ersten Ramblerrosen entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Kreuzung von chinesischen Büschelrosen (Rosa multiflora) mit halbimmergrünen Kletterrosen (Rosa wichuraiana).  Im Gegensatz zur Kletterrose haben Rambler kleinere Blüten, die sich in dichten Büscheln bzw. Rispen entfalten. Die Triebe sind flexibler, kürzer, zarter und wachsen weniger schnell als bei klassischen Kletterrosen.

Beliebte Rambler-Sorten

Typisch für Rambler ist die einmalige, besonders prächtige und mehrwöchige Blüte zur Mitte der Saison (Juni – Juli). Die meisten Sorten sind einmalblühend, einzelne Züchtungen (z.B. ‚Super Excelsa‘, Dunkelrosa bis Rot) blühen im Spätsommer ein zweites Mal.

Zu den verbreitetsten Sorten zählen (mit Angabe der Blütenfarbe):

  • ‚Albertine‘ – kräftiges bis zartes Rosa
  • ‚Malvern Hills‘ – Gelb
  • ‚Félicité et Perpétue‘ – Weiß
  • ‚Ghislaine de Féligonde‘ – Lachsrosa bis Gelb
  • ‚New Dawn‘ – Weiß bis Zartrosa
  • ‚Rambling Rector‘ – Weiß
  • ‚Tausendschön‘ – kräftiges Pink
  • ‚Veilchenblau‘ – Purpurviolett bis Lavendel.

Eine jüngere Züchtung ist die 1961 entdeckte ‚Bobbie James mit ihren weißen, schalenförmigen Blüten. Auch diese robuste Zufallskreuzung blüht nur einmalig von Juni bis Juli.

Einsatzbereiche und Gestaltungsmöglichkeiten

Pinke Ramblerrosen

Mit ihrem dicktriebigen Wuchs erreichen bestimmte Sorten von Ramblerrosen nicht selten eine Wuchshöhe von mehr als 10 Metern. Hierzu benötigen sie allerdings eine Stütze: Der Blütenreichtum hängt in erster Linie davon ab, wie Sie die Ramblerrosen ziehen und binden.

Rambler zählen zu den Spreizklimmern. Deshalb gedeihen sie am besten, wenn Sie sie leicht schräg aufbinden – als „Rankhilfen“ dienen neben alten Obstbäumen und gebauten Objekte so ziemlich alles, was die gewünschte Höhe besitzt.

Der ideale Standort

Der beste Standort für Rambler ist Halbschatten mit ausreichend Belüftung, damit nach dem Regen die Blätter möglichst schnell wieder abtrocknen – denn wie alle Rosenarten sind sie anfällig für Mehltau und Pilze. Die langsam wachsenden, kurzen Triebe sind eine ideale Bepflanzung für Rankhilfen wie z.B.

  • Rosenbögen
  • Obelisken
  • Zäune

sowie als natürlicher Sichtschutz bei der Terrassengestaltung. Auch eine Pergola begrünen Sie mithilfe von Ramblerrosen auf ansprechende Weise.

Unser Tipp: Eine besonders üppige Blütenpracht erzielen Sie, indem Sie die Triebe seitlich stützen oder ein Drahtgeflecht verwenden: Vor allem Neuzüchtungen besitzen schwere Blüten, die ohne unterstützendes Anbinden nach unten hängen oder sogar abknicken können.

Mauern und Hauswände

An der West- oder Ostseite von Hauswänden fühlen sich Ramblerrosen am wohlsten: Zwar benötigen die Triebe ausreichend Sonnenlicht zum Wachsen, zu viel Sonne an Südseiten bekommt ihnen jedoch nicht. Ein tragfähiges Wandgitter bildet die geeignete Grundlage: Befestigen Sie es ca. 10 cm vor der Wand für eine optimale Luftzirkulation. Damit vermeiden Sie die Entstehung von Feuchtigkeit, die sowohl der Rose als auch dem Haus schadet.

Das Rankgitter sollte außerdem leicht abzunehmen sein – Sie erleichtern sich damit den Fassadenanstrich ohne Schäden an Pflanzen oder Hauswand.

Ramblerrosen an Bäumen

Ramblerrosen sind ein herrlicher Schmuck für alte Obstbäume und Zierbäume im Garten: Nach deren Frühlingsblüte sorgen sie im Frühsommer für eine zweite Blütenpracht.  Am besten pflanzen Sie sie an der Nordseite des Stamms mit einem Abstand von ca. 1 Meter – so wächst die Rose in Richtung des Sonnenlichts um den Baum herum. Vorsicht: Ohne regelmäßigen Rückschnitt überwuchern die Ramblerrosen den Baum jedoch im Lauf der Zeit so stark, dass sie ihn regelrecht erwürgen – der Baum stirbt daher nach einigen Jahren ab!

Rambler richtig trainieren

Mit einfachen Mitteln helfen Sie der Ramblerrose, Anschluss an die Rankhilfe zu finden. Haben die Triebe erst einmal Fuß gefasst, benötigen sie keine weitere Unterstützung mehr.

Mithilfe von Seilen leiten Sie die Triebe an das Gitter bzw. den Baumstamm heran; auf dieselbe Weise schafft es die Ramblerrose sogar, die Baumkrone zu erreichen und zu überwachsen. Verwenden Sie hierzu Kokosstrick, der die Rinde nicht verletzt oder einschnürt. Kontrollieren Sie den Strick regelmäßig, da er sich im Lauf der Zeit von selbst auflöst; nach dem Anwachsen der Rose können Sie ihn wieder entfernen.

Tipp: Wässern Sie die Rosen im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig – dadurch unterstützen Sie sie bei der Wurzelbildung!

Schnitt von Ramblerrosen

Zum gelegentlichen Auslichten empfehlen wir, jeden dritten Trieb am Ansatz zu kappen; auch einen stärkeren Rückschnitt bis zum alten Holz vertragen die Pflanzen gut. Für eine stärkere Verzweigung kürzen Sie im Herbst einen Teil der einjährigen Triebe etwa zur Hälfte.

Im kommenden Jahr blüht die Ramblerrose dann allerdings weniger stark, da die Blüten fast nur an den Vorjahrstrieben entstehen – deshalb brauchen Sie auch einige Jahre Geduld, bis Ramblerrosen ihre volle Blütenpracht entwickeln.

Schmuck für naturnahe Gärten

Ramblerrosen an Mauer

So schön Ramblerrosen auch sind: Sie vertragen sich nicht mit jedem Gartenstil! Mit ihrer wildwüchsigen Form passen Ramblerrosen nur bedingt zur modernen Gartengestaltung, die von klaren Linien und strengen Materialien lebt.

Für die klassische Gartengestaltung hingegen sind Ramblerrosen wie geschaffen: Kräftig duftend und farbenfroh blühend kommen sie in einem naturnahen Garten am besten zur Geltung.